Anwendungsbeispiele

Beispiel 1

Ein 75 jähriger Patient kam zu mir in die Praxis mit dem Anliegen, dass er seit ca. 8 Wochen Schmerzen in der rechten Hüfte verspüre. Er sei schon bei 2 Orthopäden gewesen,  die ihm bestätigt hätten, dass er eine Hüftgelenksarthrose 2. Grades habe, wodurch die Schmerzen ausgelöst würden.

Ich untersuchte den Patienten gründlich. Nach der Untersuchung behandelte ich eine alte Blinddarmnarbe und eine Fixierung im Bereich des Dickdarms. Nach 5 Tagen rief mich der Patient an und berichtete mir, dass die Schmerzen in der rechten Hüfte nicht mehr vorhanden seien. An diesem Beispiel sieht man, dass ein Bild von einer Struktur, in diesem Fall Knochen / Knorpel- Gewebe, wenig über die Funktion des Gewebes und die Ursache des Schmerzes aussagt. Es ist wichtig, alle Strukturen in den Befund zu integrieren, um überhaupt eine Aussage über das Problem möglich zu machen. Die Frage an dieser Stelle, warum der Patient plötzlich keine Schmerzen mehr verspürt, ist mit Sicherheit in mehreren Punkten zu suchen. Zum einen hatte die alte Blinddarmnarbe beim Hüftbeuger so viel Spannung erzeugt, dass sich eine vermehrte Kompression im Gelenk aufgebaut hat, die der Körper über einen längeren Zeitraum irgendwann nicht mehr  kompensieren (ausgleichen) konnte. Zum zweiten kam es durch die Fixierung des Dickdarms zu einer schlechten venösen Drainage (Abfluss). Aufgrund dieses Stauungsphänomens im Hüftgelenk war der Körper nicht mehr in der Lage, die Entzündung adäquat abzubauen. Der Patient ist ohne Operation bis heute schmerzfrei.

Beispiel 2

Vor einiger Zeit kam ein Kind zu mir in die Praxis, dass über heftige Kopfschmerzen, die nach körperlichen Anstrengungen auftraten, klagte. Die Eltern hatten schon einige Ärzte konsultiert, um die Ursache für dieses Problem zu finden. Es wurden umfangreiche diagnostische Maßnahmen wie MRT (Kernspin) vom Kopf, Labordiagnostik etc. durchgeführt. Alle Untersuchungen waren ohne Befund. Ein nicht zurfriedenstellendes Ergebnis für die Familie und vor allem für das Kind. Ich untersuchte den kleinen Patienten und fand eine Fixierung im Bereich des rechten Unterschenkels.  Ich fragte die Eltern, ob ihr Kind schon einmal einen Bruch oder eine Entzündung in diesem Bereich gehabt habe. So war es dann auch. Als Kleinkind war bei dem kleinen Patient eine schwere Entzündung des Knochenmarks und der Knochenhaut in diesem Bereich aufgetreten. Ich behandelte das Kind zweimal, und nach ca. 2 Wochen waren die Kopfschmerzen verschwunden. Auch hier gibt es mehrere Erklärungen, warum der Körper in diesem Fall wieder in der Lage war, zu seinem Gleichgewicht zu finden. Zum einen war durch die Blockade des Unterschenkels der Patient darin gehindert, sein Knie vollständig zu beugen/strecken, was ihn auch beim Sport beeinträchtigt hatte. Dadurch veränderte sich seine komplette Statik bis hoch zum Kopf. Was auch hier ein ganz wichtiger Punkt ist, das Kind musste sich im Wachstum " um dieses Problem herum " entwickeln. Dies kann man z.B. mit einem Haus vergleichen, bei dem das Fundament schief ist, wodurch auch das Dach notwendigerweise nicht gerade sein kann. Zweitens kam es zu einer Fixierung im Bereich des Kreuz-Darmbein - Gelenks mit der Folge einer vermehrten Spannung im Bereich der Hirnhäute bis hoch zum Schädel. Durch diese vermehrte Spannung der Hirnhäute war es zu einer Fixierung im Bereich des Hinterkopfes gekommen, was eine schlechte venöse Drainage (Abfluss) des Schädels nach sich zog.

Beispiel 3

Ein 40-jähriger Patient mit Schmerzen im Bereich des mittleren Oberbauchs, Übelkeit und Völlegefühl kam zu mir und fragte, ob ich ihm auch bei akuten Entzündungen und seinem Problem helfen könne. Vorgeschichte war, dass er sehr anfällig für Magenentzünden ist, seitdem er häufig Medikamente für eine Erkrankung in seiner Vorgeschichte eingenommen hatte. Ich befundete ihn und stellte eine schlechte Beweglichkeit (Mobilität) des Magens und eine große Spannung der Magenwand fest. Es genügte eine Behandlung im Bereich des Magens, und der Patient hatte schon am nächsten Tag keinerlei Beschwerden mehr. Er reagierte 2 Tage mit einem Hautausschlag im Bereich des Kopfes. Ansonsten traten keine Nebenwirkungen auf. Dieses Beispiel zeigt, dass die Osteopathie auch im Bereich von akuten Entzündungsprozessen den Heilungsverlauf positiv beeinflussen kann.

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